Brandschutz Trockenbau

Der Brandschutz beim Trockenbau ist ein wichtiges Thema gerade dann wenn man Räume die dem öffentlichen Verkehr zugänglich sind so genutzt werden.

Brandschutz beim Trockenbau - Anforderungen

Wände im Trockenbau die noch mit Dämmplatten versehen, beplankt, verspachtelt und geschliffen werden müssen. Auch auf dem Bild zu erkennen das weiße an der Decke ist ein isolierter Stahlträger für den Brandschutz weil der Flur an dieser Baustelle ein anderer Brandabschnitt ist.

Die Brandabschnitte in einem Gebäude müssen wenn die dem öffentlichen Verkehr zugänglich sind fachgerecht hergestellt werden.

Man beachte die vorgeschriebenen Feuerwiderstandsklassen zwischen den Wänden und den Decken, je nach Anforderung werden die Feuerwiderstandsklassen in F30, F60 und F90 eingeteilt, das heißt das Bauteil muss dem Feuer 30, 60 oder 90 Minuten stand halten.

Brandabschnitte sind Räume die durch eine Decke voneinander getrennt sind oder Räume die zum Flur hin abgeschottet sein sollen.

Brandschutz Trockenbau - Ausführung

Nun da sich heute am Bau viele Handwerker Selbständig machen und ab und an einen Auftrag bekommen Trockenbau herzustellen, kann es leicht passieren das die einfach nicht wissen können wie man ein Brandschutzschott oder eine Feuerschutzklappe in das betreffende Bauteil einzubauen.

Wenn das dann mal der Fall ist das ein Handwerker an der Baustelle nicht weiß wie er das Brandschutzschott einbauen muss, deshalb hier meine Tipps und weil ich gerade eben zu diesem Thema eine Frage rein bekam, per Telefon: Hey du bist doch Bautechniker hieß es da erst mal als der Anrufer die Frage stellte. Darf man in die Decke Leerrohre einziehen wo man nach dem betonieren der Stahlbetondecke die Elektrokabel durchführen will, war seine Frage.

Daraufhin meine Antwort: Nein das darf man nicht. Dann ist doch der Brandschutz nicht mehr gewährleistet ist ja auch logisch. Nun, wenn die Handwerker vorher noch nie ein Brandschutzschott gesehen haben geschweige denn eingebaut, klar dann kommen solche Fragen, weil die sich das nicht vorstellen können wie das machbar ist.

Der Elektriker sagt: Heutzutage kann sich das fast kein Bauherr noch leisten das man im Hausbau überhaupt Leerrohre für die Elektroinstallation verwendet. Man legt die Kabel heute auch einfach ohne Leerrohre unter Putz.

Außerdem nimmt man beim Brandschutz eh keine Bauteile aus Plastik weil die leicht brennbar sind. Wenn der Elektriker vor dem Einbau vom Estrich nicht weiß was da an Kabel durch die Decke geführt werden sollen, dann lässt man eben in der Decke eine Aussparung wo man später das Brandschutzschott einbaut und mit Beton ausbetoniert, ganz einfach.

Für die Elektrokabeldurchführungen am Brandschutzschott muss man die Kabel später mit einem speziellen dafür vorgesehenen Baustoff abdichten. Ich glaube damit ist die Frage beantwortet und wenn der Handwerker nochmal anruft verweise ich den einfach hier auf meine Antwort wo er alles schwarz auf weiß nachlesen kann.

Die Bauhandwerker wollen halt einfach sich nur absichern um nachher keinen Baufehler nachgewiesen zu bekommen, kann ich ja gut verstehen. Nur ich bekomme dafür kein Geld dafür obwohl ich staatlich geprüfter Hochbautechniker bin und leider kein Bauingenieur, man verweigerte mir das Bafög, deshalb ging das nicht.

Auf dem Markt sind zur Zeit die gängigsten Brandschutzsysteme der Firmen Geberit, Hilti oder Obo erhältlich die ich beim Trockenbau verwenden und einbauen würde wenn ich ein Haus bauen wollte und mit diesen Arbeiten konfrontiert würde. Aber, normalerweise muss da der ausführende Handwerksbetrieb den Architekten anrufen wenn Fragen auftauchen, man kann ja nicht alles wissen. Außer man hat ein gesundes technisches Verständnis.

Wenn ich eine Baufirma hätte würde ich den Architekten anrufen und zu dem sagen: sollen wir eine Aussparung in der Decke für den späteren Einbau von dem Brandschutzschott frei lassen weil der Elektriker no0ch nicht weiß wie viele Kabel durchgeführt werden sollen, da wird der Architekt denken, aha die Jungs kennen sich auf dem Bau gut aus und bauen auch nicht einfach drauf los wenn mal Fragen auftauchen sollten die die Bautechnik betreffen. Und schon wird Ihre Baufirma bei der nächsten Ausschreibung wieder berücksichtigt oder sogar frei-händisch beauftragt.

F90 Brandschutz muss man mit Promat Platten herstellen und die Bekleidung muss dann aber 60mm dick oder stark sein das heißt: doppelte Beplankung mit den Promat Platten.

Ein Brandschutzschott ist eigentlich nichts anderes als eine Aussparung in der Massivdecke wo später Leitungen verlegt werden und mit einem speziellen Mörtel geschlossen wird.

Man verwendet dazu Brandschutzsysteme zum Beispiel von Obo Bettermann den man bei bedarf wieder auskratzen kann wenn man zusätzliche Leitungen verlegen will. Dieser Mörtel ist aber sehr teuer, mit Beton nicht zulässig das Schott zu schließen. Zudem muss man noch das Schott kennzeichnen mit welchem Material man das geschlossen hat.

Kennzeichnung Brandschutzschott: Kennzeichnung hier

Und noch was, ich bekomme von der Herstellerfirma der Brandschutzsysteme keine Provision, das ist purer Zufall warum ich gerade diese eine Firma genannt habe wo ich die Hinweise gesetzt habe.

Für einen Sack Brandschutzmörtel Promix je 20 Kg zahlt man im Handel etwa 50 Euro.